Gründerstory: Philipp

Philipp ist 29 Jahre alt und Gründer der Webagentur Wundernetz, welche er vor 11 Jahren während der Schulzeit als Einzelunternehmen gestartet hat. Seitdem war er noch keinen einzigen Tag im Leben angestellt.

Das Sprichwort „Selbst und Ständig“ trifft auf ihn daher ganz gut zu…
Wundernetz bietet neben Webdesign und Corporate Design auch Online Marketing für KMUs in Wien an.

Philipp war so nett, uns ein paar Einblicke in seine Gründung sowie den Alltag als Selbstständigen zu gewähren.

Was hat dich dazu bewogen, dich selbstständig zu machen?

Es war immer mein Wunsch, maximale Flexibilität bei der Entscheidung zu haben, wann, wie viel und vor allem wo ich meiner beruflichen Tätigkeit nachgehe.

Da die Eintrittsbarrieren und Anfangsinvestitionen als Selbstständiger in diesem Bereich überschaubar waren, habe ich beschlossen während der Schulzeit, Zivildienst und Studium selbst nebenbei Selbstständig zu arbeiten, statt mich Teilzeit wo anstellen zu lassen.

Wie hast du die ersten Kund*innen akquiriert?

Ganz klassisch im eigenen Freundes- & Bekanntenkreis sowie in weiterer Folge dann über Mundpropaganda vergangener Kund*innen. Anfangs ist es natürlich wichtig, Erfahrung und Referenzen zu sammeln. Daher hielt sich der Stundensatz bei den ersten Projekten auch eher in Grenzen.

Nachdem ich klare Prozesse und erste herzeigbare Referenzen hatte, habe ich auch aktiv begonnen potenzielle Kund*innen anzuschreiben und parallel auch ein kleines Budget für bezahlte Google-Anzeigen in die Hand genommen.

Wer oder was hat dir bei der Gründung am meisten geholfen?

Einerseits der Austausch mit anderen Selbstständigen, die ich im Zuge meiner Ausbildungen oder auf einschlägigen Meetups kennengelernt habe. Hier erfährt man gut, welche hilfreichen Tools es gibt oder mit welchen „Quick Wins“ und „Life Hacks“ man mühsame und langwierige Tätigkeiten vereinfachen kann.

Andererseits habe ich zahlreiche verschiedene Blogs und Podcasts abonniert, um mich auf unterschiedlichen Themengebieten ständig weiterzubilden und den eigenen Horizont zu erweitern.

Was war aus deiner Sicht die größte Herausforderung bei der Gründung?

Herauszufinden, welche der Dinge, über die man in diversen Blogs, Plattformen und Institutionen stößt, ich wirklich brauche und was der schnellste Weg ist, diese „abzuhakeln“.

Wenn man beginnt, sich mit dem Thema „Unternehmen gründen“ auseinanderzusetzen, kommt man schnell vom Hundertsten ins Tausendste. Überall gibt es unzählige Möglichkeiten. Alle führen zwar irgendwie zum Ziel, aber um herauszufinden, welche für meine konkrete Situation die effektivste ist, war viel Recherche und Try & Error notwendig.

Was würdest du bei deiner nächsten Gründung anders machen?

Ich habe es zwar bereits damals im Hinterkopf gehabt, aber hätte es retrospektiv betrachtet wohl noch stärker durchziehen sollen: Nicht lange planen und überlegen, ob und wie man etwas machen könnte, sondern einfach machen, Feedback sammeln, Prozesse optimieren und weitermachen.

Man kann so viele Annahmen treffen, wie man will: Am Ende kommt doch alles anders, als man gedacht hätte.

Was macht dir in deinem Alltag am meisten Spaß?

Die kreative Arbeit zu Beginn eines aufregenden neuen Projekts. Brainstorming, Konzepte ausarbeiten, absurde Visionen von einem perfekten Endprodukt zu skizzieren…

Was gefällt dir weniger?

Nun ja, das wären dann wohl die Themen Buchhaltung, Steuererklärung und natürlich das Eintreiben offener Rechnungen.

Phasenweise kann es natürlich auch vorkommen, dass man nicht so genau vorausplanen kann, wann bei einem Kund*innenprojekt etwas zu tun ist. Da kann es dann schon mal sein, dass man gerade mitten im Urlaub auf einer abgelegenen Insel verzweifelt versucht, ein halbwegs vernünftiges WLAN zu finden, um irgendwo ein digitales Feuer zu löschen.

Generell ist die ständige Erreichbarkeit natürlich nicht nur ein Vorteil. Aber auch hier gibt es Mittel und Wege, die eigene Freizeit klar zu definieren, um diese auch in vollen Zügen genießen zu können.

Welchen Tipp würdest du jungen Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Überleg dir, wie du das, was du machen willst, so einfach und schnell wie möglich in einer ersten, einfachen „Prototyp-Version“ (MVP) machen kannst.

Wenn dir das Spaß macht und du das Gefühl hast, dass eine Nachfrage dafür da ist und du ein bisschen Geld damit verdienst, kannst du dich immer noch mit dem ganzen Rundherum beschäftigen.

Es muss in einem ersten Schritt alles andere als perfekt sein.
Aber tatsächlich etwas zu machen, Kund*innen eine Leistung oder ein Produkt anbieten zu können und damit einen Mehrwert zu bieten, motiviert ungemein.

Der Co-Founder von Linkedin hat einmal gesagt:

Wenn dir die erste Version deines Produktes nicht peinlich ist, hast du es zu spät auf den Markt gebracht.

Wie sehen deine nächsten Schritte aus?

Mir mal wieder überlegen, wie ich den ein oder anderen Prozess noch besser optimieren oder gänzlich outsourcen kann, damit ich mich im Alltag noch mehr auf die Dinge konzentrieren kann, die mir Spaß machen und meinen Kund*innen auch tatsächlich einen Mehrwert bieten.


Vielen Dank für diesen spannenden Einblick in deinen Werdegang als Existenzgründer!

Weitere Gründer*innengeschichten gibts hier.
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